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Schluss mit der Lebensmittelverschwendung!


Der Apfel fleckig, das Brot hart, die Konserve abgelaufen? Weg damit! Rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen hierzulande jährlich im Müll – pro Person 78 Kilo. Die Hälfte könnte vermieden werden, heißt es. Das würde auch das Klima schützen.

Wir werfen viel zu viele Lebensmittel weg, denn 60 Prozent der gesamten Lebensmittelabfälle stammen aus Privathaushalten. Nur sieben Prozent entfallen auf den Handel. Das ist nicht nur eine gigantische Verschwendung noch genießbarer Waren, es schadet auch dem Klima. Was kann jede und jeder von uns gegen Lebensmittelverschwendung tun?

„Wir Stecken in Einem Überflussdilemma“

„Der Lebensmittelabfall ist nur die Spitze des Eisbergs. Daran zeigt sich, was im Ernährungssystem falsch läuft“, sagt Guido Ritter. Der Lebensmittelchemiker und Ernährungswissenschaftler ist Vorstand des Instituts für Nachhaltige Ernährung an der FH Münster. Seine Analyse:

„Wir stecken in einem Überflussdilemma.“ Es würden zu viel Lebensmittel produziert. Die Subventionen für Landwirtschaft zielten nach wie vor auf Masse, nicht auf Qualität, und Bauern würden geradezu zur Überproduktion gedrängt. Die Folge: Die Wertschätzung für die Produkte gehe angesichts der ständigen Verfügbarkeit verloren.

Sein Tipp gegen die Verschwendung im Haushalt: „Ganz wichtig ist die Planung, was man einkauft. Vorher überlegen: Was haben wir noch im Kühlschrank, im Vorratsraum, im Gefrierfach?“ Dosen und wiederverwertbare Netze zum Einkaufen mitnehmen, um Verpackungsmüll zu vermeiden, und bei der Essenplanung schon überlegen, welche Gerichte man aus Resten kochen kann.

Lebensmittel und das Klima Retten!

„Auch du kannst das Klima retten, indem du aufisst, was eh schon da ist“, so lautet der Leitspruch der Sozialunternehmerin Günes Seyfarth. Als Mitglied der Initiative „Foodsharing“ rettet die Münchnerin seit mehr als zehn Jahren Lebensmittel vor der Tonne.

2020 eröffnete sie im Stadtteil Neuperlach die „Community Kitchen“. Dort wird nahezu ausschließlich mit geretteten Lebensmitteln gekocht, also Waren, die Groß- und Supermärkte oder auch Landwirte abgeben, weil sie für den Handel nicht mehr tauglich – aber noch genießbar – sind. Allein in München werden an jedem Tag immerhin 168 Tonnen Lebensmittel weggeworfen.

Für die Betriebswirtschaftlerin ist dies schlicht „ein Armutszeugnis“. Deshalb will sie auch gesellschaftlich etwas ändern, mit Bildungsangeboten für Schulen und Unternehmen. Ihre Überzeugung: „Lebensmittelverschwendung zu stoppen, ist eines der wirksamsten Mittel gegen die Klimakrise.“ 2022 erhielt die „Community Kitchen“ den Bundespreis der Initiative „Zu gut für die Tonne“.

Quelle : Deutschlandfunk Kultur

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