Home » Die Windel Ist So Gemütlich
Deutschland Menschenrecht Nachrichten Skandinavien

Die Windel Ist So Gemütlich

Sylvester Stallones Opa macht ihn zum Ehrenbürger, Stephen King liebt „Mambo No. 5“, Max Verstappen hat nur zwei Bücher gelesen: Die Herzblatt-Geschichten

Wer hat, dem wird gegeben: Sylvester Stallone ist laut „Frau im Spiegel“ von der italienischen Gemeinde Gioia del Colle zum Ehrenbürger ernannt worden. „Der Grund: In der Kleinstadt in Apulien hat sein Großvater in den 1930er Jahren als Friseur gearbeitet, bevor er dann später in die USA ausgewandert ist.“ Nur weil sein Opa dort mal herumgeschnippelt hat, darf Stallone sich jetzt Ehrenbürger nennen. Wir Deutschen sollten uns allerdings Neid verkneifen: Das, was unsere Vorväter in den 1930ern und 1940ern in anderen Ländern so getrieben haben, würde nur den wenigsten von uns irgendwo die Ehrenbürgerwürde einbringen.

Selbst in höchsten Würden lebt es sich jedoch nicht immer leicht. Schwedens König Carl Gustaf feiert sein 50. Thronjubiläum – und wird harsch kritisiert. „Wie gemein! Plötzlich soll er ,dumm‘ sein“, titelt „Frau aktuell“ unter Berufung auf eine schwedische Kolumnistin. Doch halb so wild: „Sie ist überzeugt, dass seine vermeintliche Dummheit die Monarchie in Schweden stärkt. Dadurch würde der Regent nämlich volksnäher wirken.“ Sollte das auch für Demokratien gelten, dann dürften sich Scholz, Lindner und Habeck ihre miesen Umfragewerte damit erklären, dass sie nicht volksnah genug, also zu klug sind; zumindest Scholz könnte an der These Gefallen finden. Sollte einmal das Volk so dumm sein, aufgrund deren vermeintlicher Volksnähe eine richtig dumme Partei an die Regierung zu wählen, dann, fürchten wir, würde das die Demokratie nicht gerade stärken.

Verstappen hat nur zwei Bücher gelesen

Auch ohne klassische Bildung aber kann man seinen Weg finden, selbst wenn der stets nur im Kreis herumführt. Niemand würde den Formel-1-Champion Max Verstappen dumm nennen, der aber, so „Das Neue“, in seinem 25 Jahre währenden Leben „gerade mal zwei“ Bücher gelesen hat. Verstappen hat das selbst mal erzählt: Gelesen hat er ein Buch des Fußballstars Johan Cruyff sowie „ein schulbezogenes Projekt, sehr langweilig“. Wir glauben ja, ein wenig Koketterie wird da schon dabei sein und Verstappen sicher auf insgesamt vier, fünf Bücher kommen. Zumindest in einem Pixibuch wird er doch mal geblättert haben oder in dem „Wieso, weshalb, warum?“-Band „Autos und Laster“.

Bestimmt superschlau wie sein Vater, doch hoffentlich nicht so superseltsam wird das weitere Kind, das laut einer neuen Biographie die Musikerin Grimes Elon Musk geschenkt hat. „Gala“ teilt mit: „Der Junge heißt Techno Mechanicus, genannt ,Tau‘.“ Ein im Vergleich zu den Namen mancher seiner Geschwister nachgerade normaler Name, der ihn für die Ingenieurslaufbahn prädestiniert. Was aber, wenn es den Knaben stattdessen zu den Geisteswissenschaften zieht? „Ich heiße Techno Mechanicus, und ich studiere Byzantinistik.“

Vollnarkose bei der Zahnreinigung

Gewohnt exzentrisch hat sich in seinem Podcast Bill Kaulitz gezeigt und laut „Bild“-Zeitung von einem Zahnarztbesuch erzählt, bei dem er sich aus Angst eine Vollnarkose habe geben lassen: „Man habe ihm in der Praxis eine Windel angezogen. Weil es passieren könne, dass man sich in der Narkose ,erleichtert‘. Er habe die Windel dann angeblich zwei Tage angelassen, weil sie so gemütlich war.“ Hoffentlich blieb sie die zwei Tage unbenutzt. „Bei dem Termin handelte es sich um eine Zahnreinigung“, ergänzt „Bild“ – und wir selbst würden uns einer Vollnarkose nur bei deutlich gravierenderen Eingriffen aussetzen. Zum Beispiel bei der Pediküre.

Noch ganz anderen Dingen setzt sich Stephen King aus, nämlich dem Partystampfer „Mambo No. 5“. Wie „Bild“ berichtet, hat King dem „Rolling Stone“ gesagt: „Ich spielte das Ding so oft. Meine Frau drohte mit Scheidung.“ Lou Bega, der „Mambo No. 5“-Sänger, sagt: „Die Freude, die in dem Song steckt, hilft King. Darüber bin ich happy.“ Wir hätten ja erwartet, dass ein Horrorschriftsteller wie King beim Schreiben Death Metal hört, andererseits: Würden wir stundenlang mit „Mambo No. 5“ beschallt, so kämen wohl auch in uns die schrecklichsten Phantasien hoch.

Folgen wir lieber den Gedanken des stellvertretenden „Aktuelle“-Chefs Achim Thäsler, der schreibt: „Jeder von uns hat sein Päckchen zu tragen. Manche tragen es sogar beruflich. Man nennt sie Paketboten.“ Die tragen dann zwar eher unsere Päckchen als ihre, aber egal. Thäsler fordert, ihnen Trinkgeld zu zahlen: „Erst recht, wenn sie zum Beispiel die 32 Bände des vollständigen Brockhaus in den fünften Stock schleppen müssen.“ Liebe „Aktuelle“-Leserschaft: Der Brockhaus wird schon seit 2014 nicht mehr gedruckt vertrieben. Bestellen Sie sich lieber Wikipedia, da hat der Paketbote viel weniger schwer dran zu tragen.

Für Päckchenträger und andere Gestresste weiß in „Gala“ Frauke Ludowig Rat: „Ich liebe es, Wäsche nach Farben zu sortieren. Das ist so entspannend.“ Na ja: Eine halbe Stunde sind wir jetzt damit beschäftigt, unsere Klamotten zu sortieren, und zerbrechen uns den Kopf: Ist dieses T-Shirt nun karmesinrot oder backstein? Und diese Socken beige oder bisquit? Ganz ehrlich: So gestresst waren wir selten.

Quelle : faz

Recent Comments

No comments to show.

Übersetzen